Ich wurde wach. Moni hatte den Rollo hoch gezogen.

Mühsam richtete ich mich auf um kurz darauf ihre entsetzte Stimme zu hören,, Du bist ja total gelb, ich rufe sofort den Krankenwagen,, Ich verstand nicht. Dabei war ich wach. Aber ich war ja seit Monaten wie benebelt.

,,Fährst du dann auch mit?,,fragte sie mich

Ich nickte und versuchte aufzustehen.

Wie immer in den letzten Wochen, fiel mir das Reden so unsagbar schwer.

,,Muss mich aber noch waschen, murmelte ich.

Während meine Frau telefonierte schleppte ich mich ins Bad. In den Spiegel schaute ich nicht. Ich wollte mich nicht sehen.

Ich ließ Wasser in die Wanne ein. Zog langsam meinen Schlafanzug aus, stieg in die Wanne und legte mich bäuchlings ins Wasser.

Was hatte ich nur? Warum war ich nur so gelb? Dass dies mit dem Alkohol zusammen hing…der Gedanke kam mir nicht.

Moni kam ins Bad. ,,Ich habe die Ambulanz angerufen. Du fährst aber auch mit, ja? fragte sie nochmals

Ich presste ein ,,Ja,, hervor. Was geschah da gerade? Alles geschah wie durch einen Nebel. Mein Hirn war, wie schon seit langem wie in einem Trancezustand. Ich begriff nicht mehr wirklich und auch das Sprechen fiel mir schwer. Ich musste mal. Aber bis ich es in meinem Zustand aus der Wanne schaffte, war es gewiss zu spät.

Ich ließ es laufen.

Das Wasser um mich herum färbte sich plötzlich blutrot.

Verzweifelt suchte ich nach dem Grund für diese Seltsamkeit.

Achja..meine Tochter hatte gestern eine Braustablette in der Badewanne genutzt. Bestimmt war die rot und noch irgendwelche Reste in der Wanne. Daher also plötzlich das blutrote Wasser.

Dass das Ganze etwas anderes sein könnte…vielleicht gar mit mir etwas nicht stimmte, kam mir nach wie vor nicht in den Sinn.

Obwohl ich seit Monaten nichts essen konnte, Durchfall wie Wasser hatte, mich kaum mehr bewegen konnte, meine Haut sichtlich gelb war und sich plötzlich das Wasser rot färbte, kam ich nicht auf die Idee daß mit mir etwas nicht stimmen könnte.

Ich stieg aus der Wanne. Nein..ich stieg nicht..ich kämpfte, quälte mich hinaus, setzte mich erschöpft auf den Badewannenrand und atmete tief .

Ich sah das Handtuch und dachte bei mir, wie anstrengend es sein würde das zu fassen.

Ich konnte nichts mehr. Warum war ich nur so schwach? Achja..die Depressionen. Die machten sich nun mal auch körperlich bemerkbar.

Ich trocknete mich ab und zog mich mühevoll an, schleppte ich mich ins Wohnzimmer und ließ mich in den Sessel fallen.

,,Alles in Ordnung?, fragte meine Frau.

Ich nickte.

,,Kannst du mir bitte die Cola holen die neben meinem Bett steht?, ächzte ich

,,Is da Schnaps drin?, kam die Gegenfrage.

,,Ja.„ antwortete ich ehrlich

,, Dann hol ich sie dir bestimmt nicht.„

Ich ließ den Kopf nach unten fallen. Ich konnte nicht mehr.

Es klingelte.

,,Er ist im Wohnzimmer, „hörte ich meine Frau und kurz darauf betraten 2 Sanitäter den Raum.

,,Was haben sie denn?,, fragten sie.

,,Ich bin so schwach, murmelte ich. Und hörte meine Frau sagen:,, Er trinkt schon seit einiger Zeit und heute habe ich gesehen dass er ganz gelb ist.

, Möchte er denn ins Krankenhaus. Denn wenn nicht, dürfen wir ihn nicht mitnehmen.,,

Wieder hörte ich meine Frau:,, Ja, ich habe ihn vorher gefragt,,

Wieder wandte sich einer der Sanitäter an mich: Wir fahren dann ins Krankenhaus, Herr Ackermann, ja?

, Ja, sagte ich und versuchte mich aus dem Sessel zu erheben.

Die beiden halfen mir.

Links und rechts gestützt trat ich den Weg zum Krankenwagen an. Mit letzter Kraft stieg ich ein und ließ mich auf die Trage fallen. Moni neben mir.

Der Fahrer fuhr los und die Sanitäterin sagte:,, Sie müssen sich hinsetzen,,

, Ich kann nicht, rief ich verzweifelt, bitte lassen sie mich liegen. Ich kann nicht sitzen,,

Ich war plötzlich wie in Trance.

Schon hielt der Kranken wagen wieder.

Mein Kreislauf war zusammen gebrochen und der Notarzt wurde gerufen.

Nach einer Ewigkeit kam der Arzt und…das erzählte mir später meine Frau….er sah mich an und sagte sofort: Leberz…, Sofort ins Krankenhaus.

Wie durch einen Nebel hörte ich das Tatütata. Irgendwann hielt der Wagen. An mehr kann ich mich nicht erinnern.

Alles was dann geschah, erzählte mir später Moni.

Ich wurde also aus mit der Trage aus dem Krankenwagen sofort schnell in die Notaufnahme gebracht.

Der Kreislauf wurde kontrolliert, Blut abgenommen und dann Infusionen gegeben.

Eine Ärztin redete wohl mit mir.

,,Wissen Sie das Sie alles aufs Spiel setzen?,, Was wird aus ihrer Familie?,,

Ich hörte die Worte nicht.

Ich weiß nicht ob ich noch bei Bewusstsein war, oder ob mein fast toter Körper auf ,,Notmodus,, geschaltet hatte.

Man brachte mich nach den ersten Untersuchungen sofort auf die Intensivstation.

Meine Frau durfte nicht mit hinein.

Sie nahm meine Hand und sagte zu mir: Hab keine Angst. Alles wird gut. Ich muss jetzt gehen. Aber ich komme morgen sofort wieder.

Voller Traurigkeit und purer Angst , soll ich sie angeschaut haben.

Wie ich bereits erwähnte. Ich kann mich daran nicht erinnern.

Dann schloss sich die Tür.

Ich wurde auf ein Mehrbettzimmer gebracht und alles versank.

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